Geschichte


Gertruden-Apotheke 60 Jahre in Kirchen/Sieg

Gertruden-Apotheke 60 Jahre in Kirchen/Sieg   In dem um 1895 gebauten Geschäftshaus (Bild 1) wurde von Apothekerin Gertrud Müller am 15. Oktober 1958 (Bild 2) die „Gertruden-Apotheke“ als zweite Apotheke in Kirchen eröffnet.

Bild 1: Ansicht von Kirchen Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem Geschäftshaus der späteren Gertruden - Apotheke 

Bild 2: Ansicht der Gertruden – Apotheke (links) in den 50er Jahren  
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren die mühevollen Nachkriegsjahre mit ihrer Mangelwirtschaft überwunden und der Wiederaufbau in der 1949 gegründeten Bundesrepublik Deutschland begann. Flüchtlinge und Vertriebene konnten die durch die Kriegsereignisse und den Holocaust dezimierte Bevölkerungszahl wieder stabilisieren.  Die medizinische Versorgung verbesserte sich, die pharmazeutische  Industrie arbeitete wieder in vollem Umfang und die Forschung führte zu neuen Arzneimitteln, aber die Zahl der Apotheken blieb auf Grund des Konzessionssystems konstant. Nachdem in den amerikanischen Besatzungszonen eine freie Niederlassung für Lizenzapotheken zulässig geworden war, klagte ein bayrischer Apotheker auf die Errichtung einer Apotheke ohne Konzession und erhielt am 11. Juni 1958 vor dem Bundesverfassungsgericht Recht: Die Eröffnung einer neuen Apotheke war sofort nicht mehr an eine Konzession gebunden – die so genannte „freie Niederlassung“ war für jeden Apotheker möglich. Darin erkannte auch Gertrud Müller in Kirchen eine Chance, die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. In einer Nacht- und Nebel-Aktion mietete sie Räume im Kurzwarengeschäft Preußer in der Bahnhofstrasse, richtete sie als Apotheke ein und beantragte die Besichtigung dieser neuen Apotheke. Die Besichtigung erfolgte am 14. Oktober 1958 und der Betrieb wurde am 15. Oktober 1958 aufgenommen, obgleich noch keine Betriebserlaubnis des Regierungspräsidenten in Koblenz vorlag. Diese Erlaubnis wurde am 23. Dezember ausgestellt und kam per Post am Heiligen Abend 1958 in Kirchen an. Erster Apothekenleiter der Gertruden-Apotheke wurde Herr Otto Schießle.

Bild 3: Herr Apotheker Otto Schießle (links) von 1958 bis 1960 Apothekenleiter mit seinem Team in den 50 Jahren   Die Gertruden-Apotheke versorgte auch in den 50´er Jahren das Kreiskrankenhaus St. Elisabeth in Kirchen.
 

Bild 4: Bestellung von Arzneimitteln für das Kreiskrankenhaus Kirchen vom 16.2.1959   Weitere Apothekenleiter der Gertruden – Apotheke waren von 1960 bis 1963 Herr Apotheker Wolfgang Lepach und von 1963 – 1965 Herr Apotheker Friedhelm Schröder. Von 1965 bis 1975 leitete Herr Apotheker Dr. Arnulf Link die Apotheke, von 1970 bis 1975 als Pächter. Von 1975 bis 1980 pachtete Frau Brigitte Renner die Apotheke und von 1980 bis 1986 Frau Dr. Heiderose Müller-Jahncke. 1986 kaufte Frau Dr. Müller-Jahncke die Gertruden-Apotheke.
 

Bild 5: Gertruden-Apotheke im März 1983 noch mit altem St. Elisabeth-Krankenhaus  Am 1. März 2004, nach 23 Jahren Leitung der Gertruden- Apotheke, übergab Frau Dr. Heiderose Müller – Jahncke die Gertruden- Apotheke an Frau Claudia C. Henke.   Frau Apothekerin Claudia C. Henke wurde in Rotenburg a. d. Fulda geboren, studierte in Marburg Pharmazie und war, bevor sie die Apotheke übernahm, in Apotheken in Marburg, Herborn, Berlin und Alzey tätig. Das Jahr 2004 war durch eine neue Gesundheitsreform gekennzeichnet. Die Reform war wirtschaftlich sehr einschneidend für das Apothekenwesen. Die Erstattung für Medikamente wurde verändert und es wurde ab 1. Januar 2004 ein Mehrbesitz (eine Hauptapotheken und 3 Filialen in der Nähe der Hauptapotheke) zugelassen. Das bewährte Team der Gertruden-Apotheke unter neuer Leitung fand schnell zu einander und meisterte dieses erste schwierige Jahr sehr gut.  Gleichwohl ergab sich auch eine weitere unternehmerische Chance mit dem Gesetz, die Frau Apothekerin Henke ergriff: Sie eröffnete am 1. Oktober die Neue Burg – Apotheke, die Nachfolge Apotheke der 1970 gegründeten Burg-Apotheke in Niederschelden neu.
 

Bild 6: Gertruden-Apotheke Filiale Neue – Burg Apotheke in Niederschelden  Herr Apotheker Wilfried Rehse übernahm als Filialapothekenleiter die Neue- Burg Apotheke. Viele Synergien konnten nun greifen: gemeinsamer Einkauf, Logistik, Marketing – Aktionen, Vorträge etc. Durch ein modernes voll computergestütztes Warenwirtschaftssystem sind beide Apotheken 24 Stunden miteinander verknüpft. Für die Kunden und Patienten bedeuteten diese zwei Apotheken eine überragende Versorgung mit Arzneimitteln (über 8000 unterschiedliche Arzneimittel sind ständig vorrätig). Kunden können die Kundenkarten in beiden Apotheken nutzen. Das Einzugsgebiet beider ca. 11 km entfernten Apotheken geht von Betzdorf bis Siegen.  Neben den gängigen Leistungen rund um das Gesundheitswesen ist die Gertruden – Apotheke über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und spezialisiert auf Homöopathie und Naturheilkunde.
 

Bild 7: Gertruden-Apotheken pharmazeutisches Team 2008 : PTA Michaela Jung, PTA Diana Büdenhölzer, PTA Marina Buchen, Pharmazie Ingenieurin Christina Schmidt, PTA Katharina Urrigshardt, PTA Dagmar Seifener, PTA-Praktikantin Annina Schäfer, Apothekerin Claudia C. Henke, Apothekerin Ute Ring (fehlt auf dem Bild) 

Von Juli 2007 bis Oktober 2008 fand eine umfangreiche Renovierung und Modernisierung der Gertruden-Apotheke statt. Lager, Labor und Warenwirtschaftsräume wurden komplett neu gebaut. Eine Kühlzelle, Nachtschalter, Aufzug, weitere drei Kunden-Parkplätze hinter dem Haus und ein Beratungs- und Vortragsraum wurden errichtet.
 

Bild 8: Modernisierte Gertruden-Apotheken 2008   Im Rahmen einer Feierstunde im Rathaussaal der Stadt Kirchen an der Sieg wurde der Gründung der Privilegierten Apotheke vor 200 und der Gertruden- Apotheke vor 50 Jahren gedacht. Ebenso wie Stadtbürgermeister W. Müller und Herr M. Lieber, Landrat des Kreises Altenkirchen, richteten Dr. A. Kiefer als Präsident der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz sowie die Vertreterin der Industrie- und Handelskammer Koblenz, Frau Dr. Dyas, Grußworte an die Versammlung. Professor Dr. Friedrich vom Institut für Geschichte der Pharmazie der Philipps-Universität Marburg hielt den Festvortrag zum Thema „Apotheke im Wandel der Zeiten“.

Bild 9: Bild vom Festakt . Stadtbürgermeister Kirchen Wolfgang Müller, Apothekerin Claudia C. Henke, erster Apothekenleiter der Gertruden-Apotheke Otto Schießle, Prof. Dr. Wolf-Dieter Müller-Jahncke, Prof. Dr. Christoph Friedrich   Am 15. Oktober 2008 lädt daher die Gertruden-Apotheke ab 10:00 Uhr zu einem Empfang und Tag der offenen Tür ein.
 


Bild 10: 60 Jahre Gertruden-Apotheke
Heute steht die Gertruden-Apotheke in Kirchen als ein kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Arzneimittelversorgung und Betreuung ihren Kunden zur Verfügung. Zusammen mit ihrer Filialapotheke, der Neuen Burg-Apotheke in Niederschelden, ist die Apotheke in der ganzen Verbandsgemeinde aktiv. Nachhaltigkeit und besonders Kundenzufriedenheit sind  für Claudia C. Henke wichtig. Aus diesem Grund legt sie auch großen Wert auf einen umfassenden Service für ihre Kunden. Neben Lieferservice, Ansprechpartner für Arztpraxen, Pflegediensten und Altenheimen, ist die Apotheke auch im Palliativnetz aktiv engagiert. Die Gertruden –Apotheke bietet ihren Kunden viele Service-Leistungen an, besonders hervorzuheben ist das Anmessen von Kompressionsstrümpfen und Bandagen im eigenen Venenfachcenter der Apotheke, Blutuntersuchungen von Zucker und Cholesterin, Blutdruckmessung, Diabetikerberatung, individuelle Kosmetikberatung, sowie Reise – und Mutter-Kind Beratung. Neben Babywaagen und Milchpumpen können die Kunden auch Inhalationsgeräte ausleihen. Die Überprüfung der Haus-und Reiseapotheke oder des KFZ-Verbandskastens gehört natürlich auch zum Service der Gertruden-Apotheke.

Seit ihrem Umbau im Jahre 2012  und der damit verbundenen Umgestaltung der Offizin, verfügt die Apotheke über ein vollautomatisches Warenlager, das den Mitarbeitern mehr Freiraum gibt, sich noch intensiver um Ihre Kunden und deren Belange zu kümmern.

Kompetente und umfassende Beratung steht für das Team der Gertruden-Apotheke im Mittelpunkt ihrer täglichen Arbeit. Eine Spezialisierung auf pflanzliche und homöopathische Arzneimittel geht auf die Bedürfnisse der Kunden ein, die eine besonders wirksame und schonende Behandlung bei akuten Erkrankungen mit einer guten Verträglichkeit wünschen.

Durch eine ständige Fort-und Weiterbildung aller Mitarbeiter wird sichergestellt, dass die Beratung aller Kunden auf aktuellem Wissensstand stattfindet.

Auch um den Nachwuchs kümmert sich das gesamte Apothekenteam mit Herzblut. Mit der Möglichkeit für Schüler/ innen ein Schulpraktikum zu absolvieren und die Ausbildung von PTA-Praktikanten und Pharmaziestudierenden möchte die Apotheke junge Menschen an das Berufsbild Apotheke heranführen und dafür begeistern.

Zum 60. Jubiläum möchte Claudia C. Henke besonders allen ihren Mitarbeitern/innen danken, die seit langen Jahren das Herz der Apotheke bilden und seit fast 15 Jahren mit ihr diesen Weg beschreiten und ihren Kunden/ innen, die tagtäglich der Apotheke ihr Vertrauen entgegenbringen!

Übrigens der Name „Gertrud“ bedeutet die Starke, gemäß diesem Motto wird die Gertruden-Apotheke noch viele Jahre die Kirchner Bevölkerung mit Arzneimitteln und kompetenter Beratung versorgen! Erklärt Claudia C. Henke lächelnd, der man anmerkt, dass hier Beruf und Berufung Hand in Hand gehen

 

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